06.12.2010

Langstrecke: Bioethanol und Biodiesel-Fahrzeuge nicht mehr erlaubt

„Auch wenn es durch den Einsatz dieser Anlagen sowie durch die hohen Sicherheitsauflagen der Veranstaltung nie zu nennenswerten Zwischenfällen kam, müssen wir uns der Argumentation der Umweltbehörden beugen“, erklärt Peter Geishecker, Sportleiter des ADAC Nordrhein. „Ab dem Jahr 2011 werden wir deshalb die beiden betroffenen Treibstoffe aus dem Reglement herausnehmen müssen. Für alle anderen Antriebsarten können wir eine Betankung einrichten, die den Auflagen der Behörden und unseren eigenen hohen Standards in vollem Umfang entsprechen.“

Betroffen sind vor allem die traditionellen Langstreckenteams von Four Motors (Renault Megane Biodiesel) und Heico Sportiv (Volvo Bio-Ethanol), die in den letzten Jahren die Flaggen für die alternativen Kraftstoffe hochgehalten haben und auch werbetechnisch viel für die Serie getan haben.

Neben Benzin und Diesel können auch 2011 weiterhin Flüssiggas (LPG), Erdgas (CNG) und Hybrid-Fahrzeuge starten.

Kommentar:

Das ausgerechnet das Umweltamt des Landes Rheinland Pfalz zwei wichtige alternative Kraftstoffe zu Benzin und Mineralöl-Diesel aus der Langstrecke verbannt klingt wie Hohn. Bio-Ethanol wird im kommenden Jahr zu 10% jedem normalen Kraftstoff beigemischt, Bio-Diesel bereits zu 4,4%. Auch Teams wie Four Motors und Heico Sportiv haben mit ihren kostenintensiven Engagements dazu beigetragen das ein Umdenkprozess in der Öffentlichkeit starten konnte.

Heute sind es ausgerechnet die Pioniere der alternativen Kraftstoffe die den bürokratischen Fallstricken der Politik zum Opfer fallen. Und warum? Nicht weil es einen Grund gäbe, nicht weil Unfälle oder Regelverstöße zu einer Maßnahme geführt hätten. Nur weil Kraftstoff beim Tankvorgang auslaufen und dadurch das Erdreich verschmutzen könnte. Könnte ... nicht getan hat. Die Rennstreckenbetreiber scheuen die Kosten und Mühen um einer Hand voll Fahrzeugen einen Bestand in einer Serie, bzw. einer Rennveranstaltung zu sichern. Aus ökonomischen Gründen mag das nachvollziehbar sein, aus ökologischen leider nicht. Hier haben es Land, Veranstalter und Rennstreckenbetreiber leider teilweise versäumt den Motorsport ökologisch in eine Vorreiterrolle zu hieven und sich für Alternativen stark zu machen.

Wolfgang Sievernich  

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